Das Handwerk: eine facettenreiche Branche

Das Handwerk ist...

 

VIELFALT
Das Handwerk ist der vielfältigste Wirtschaftssektor der luxemburgischen Wirtschaft. Diese Vielfalt beruht auf dem abwechslungsreichen Angebot seiner Erzeugnisse und Leistungen, auf der breiten Palette seiner Kompetenzen und auf der Herkunft seiner Mitarbeiter.


DIE VIELFALT DES ANGEBOTS
Jeder von uns verbraucht und benutzt täglich Erzeugnisse und Dienstleistungen, die von den Handwerksunternehmen hergestellt oder erbracht werden: sei es das Croissant zum Frühstück, der Haarschnitt, die Sanierung des Hauses mit der Solaranlage auf dem Dach oder die Inspektion und Reparatur unseres Autos.
Das Handwerk treibt die Industrie und die anderen Wirtschaftssektoren an, indem es die Wartung ihrer Ausrüstung übernimmt oder als Zulieferer Teil ihrer materiellen Wertschöpfungskette ist. Im Rahmen der Handwerke aus dem Bereich der Kunst, der Kommunikation, der Medien und der Bühne sind die Handwerksunternehmen wichtige Akteure des kulturellen und kreativen Lebens.


DIE VIELFALT SEINER MITARBEITER
Die Herkunft der Unternehmensleiter und Arbeitnehmer des Handwerks ist so vielfältig wie die der Bevölkerung. Diese Vielfalt zeichnet sich durch in Frankreich, Deutschland und Belgien lebende Arbeitnehmer und in Luxemburg lebende Einwanderer aus.
Dadurch, dass das Handwerk so viele Ausländer beschäftigt, stellt es einen und vielleicht sogar den wichtigsten Integrationsträger für die nationale Gesellschaft dar.
Heutzutage werden 85% der Arbeitsplätze im Handwerk von Nicht-Luxemburgern besetzt.

DIE VIELFALT SEINER KOMPETENZEN
Das Handwerk beschäftigt zahlreiche kompetente und topqualifizierte Handwerker, die im Besitz eines Gesellenbriefs (DAP), eines Meisterbriefs oder eines als gleichwertig anerkannten ausländischen Diploms sind.
Das Handwerk wird jedoch noch zu oft als ein Wirtschaftssektor mit vorwiegend manueller Tätigkeit betrachtet. Der Sektor ist aber im Umbruch und die Handwerkerprofile entwickeln sich ständig weiter. Es werden immer qualifiziertere Mitarbeiter beschäftigt und ein zunehmender Teil des Personals übt Tätigkeiten „intellektueller Art“ aus. Das Handwerk beschäftigt also immer mehr Ingenieure, Buchhalter oder Informatiker.
Dank des speziell an die Bedürfnisse der Unternehmen angepassten Weiterbildungsangebots der Chambre des Métiers (Handwerkskammer) werden die Kompetenzen und die sowohl manuellen als auch intellektuellen Qualifikationen ihrer Mitarbeiter ständig auf den neuesten Stand gebracht.


NÄHE
Das Handwerk ist regional und lokal verwurzelt und gewährleistet so die Nähe zu seinen Kunden und Lieferanten. Vor allem diese Nähe macht sein wertvollstes Kapital aus und macht aus dem Handwerk eine Stütze der regionalen und lokalen Wirtschaft.
Das Handwerk hängt mit seiner Region zusammen und deckt die grundlegenden Bedürfnisse an Erzeugnissen und Dienstleistungen der Verbraucher in den Städten und Dörfern ab. Durch diese oft maßgeschneiderte und äußerst kreative regionale und lokale Versorgung trägt das Handwerk wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität der Verbraucher bei.
Zudem ist das Handwerk ein Lieferant und Dienstleister erster Wahl für die anderen Wirtschaftsakteure der Region oder für die Gebietskörperschaften.

Eine von fünf Personen in Luxemburg ist im Handwerk tätig, das somit das Herz der luxemburgischen Wirtschaft ist.

EIN LOKALES STELLENANGEBOT
Das Handwerk ist der lokale Ausbilder der Jugend und bereitet seine Auszubildenden auf das Berufsleben vor. So festigt es die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen, indem es den Einwohnern Arbeit, Einkünfte, eine berufliche Zukunft und dadurch positive Lebensperspektiven bietet.
In den ländlichen Gegenden sind die Handwerksunternehmen oft die wichtigsten Arbeitgeber.
Die bedeutende Verankerung des Handwerks in seiner Region oder Ortschaft bedeutet eine stabile Entwicklung der Kaufkraft und nachhaltige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.


DIE ZUKUNFT DER ARBEITSWELT UND DER UNTERNEHMEN
Das Handwerk ist zukunftsorientiert und vermittelt nicht nur sein Wissen und seine Kompetenzen an die kommende Generation, sondern hinterlässt ihr auch seine Unternehmen.
Aus diesem Grund schützt der Handwerker die Ressourcen seines eigenen Unternehmens und der Gemeinschaft, und seine Aktionen richten sich methodisch nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und Beständigkeit. In einer Zeit des Klimawandels bietet das Handwerk Lösungen an, um knappe Ressourcen wie Energie effizient zu nutzen. Es ist nicht wie andere Wirtschaftssektoren systematisch kurzfristig ausgerichtet. So werden viele Entscheidungen der Unternehmensleiter im Rahmen der Geschäftsführung im Sinne der Verantwortung gegenüber ihren Nachfolgern, bei denen es sich oft um ihre Kinder oder Enkelkinder handelt, und gegenüber ihren Mitarbeitern getroffen. Gleichermaßen sucht ein verantwortungsbewusster Handwerker nach neuen Geschäftsmöglichkeiten für den Export über die Landesgrenzen hinaus.
Die nachhaltige und verantwortungsvolle Vorgehensweise des Handwerks äußert sich zudem in der Bewahrung, der Pflege, der systematischen Erneuerung und der ständigen Übermittlung der Kenntnisse und Kompetenzen an die kommende Generation anhand einer beruflichen und praktischen Ausbildung, d. h. der Berufsausbildung.


DER SCHUTZ KNAPPER RESSOURCEN
Die nachhaltige Entwicklung im Handwerk zeigt sich durch seine zyklusartige Tätigkeit. Die Rohstoffe stammen aus der Region und werden optimal genutzt und die Enderzeugnisse werden in der Region verkauft.
Viele typisch handwerkliche Tätigkeiten bestehen in der Reparatur und Wartung von nachhaltigen Produkten. Durch Energiesanierungen und die Umsetzung von erneuerbaren Energien ist das Handwerk der Hauptakteur in Sachen Energieeffizienz.


INNOVATION
Die innovativen Leistungen des Handwerks sind sehr facettenreich. Sie lassen sich nur selten mit angemeldeten Patenten und Forschungs- und Entwicklungsausgaben messen. Die Erzeugnisse des Handwerks haben aufgrund ihrer Individualität häufig  innovativen Charakter.
Oft liefert das Handwerk der Industrie Impulse für die Entwicklung von neuen Technologien und die Verbesserung von Verfahren.